In 2025 etablierten alle Demonstrationsbetriebe die jeweils individuell ausgewählten humusfördernden Maßnahmen. Auf den Maßnahmen- sowie auf Referenzflächen wurden Bodenproben gezogen, um den Bodenhumusgehalt im Status Quo zu ermitteln. Damit können in diesem und den nächsten Projektjahren die pflanzenbaulichen, die humus- und klimabezogenen und die ökonomischen Wirkungen von 152 Maßnahmen in 103 Betrieben analysiert werden.
Mehr als die Hälfte aller von den Betrieben gewählten Maßnahmen entfällt auf bodenbedeckende und bodenverbessernde Maßnahmen wie Zwischenfruchtanbau, Begrünung, Untersaaten und reduzierte Bodenbearbeitung. Aber auch die Wirkungen von Agro-/Vitiforstsystemen, Umveredelung statt Neupflanzen von Apfelsorten, das Ausbringen von Pflanzenkohle und weiterer Maßnahmen auf den Humusaufbau werden erprobt. Humuserhalt und -aufbau stoßen auf breites Interesse in der Praxis. Dies zeigte sich bei den sehr gut besuchten Feldtagen, die im Rahmen der HumusAllianz auf mehreren Demonstrationsbetrieben stattfanden.
Aktuell – und in Zukunft kontinuierlich – läuft die Datenerhebung auf den Betrieben, sodass in diesem Jahr die wissenschaftliche Begleitung erste Ergebnisse der Bodenproben liefern und Produktions- und Maßnahmenkosten an die Betriebe rückspiegeln kann. Nach Einschätzung der Beratungskräfte ist dieser Informationsgewinn für die Betriebsleitenden eine wesentliche Motivation für die Teilnahme als Demonstrationsbetrieb der HumusAllianz.
Weitere wichtige Programmpunkte auf dem Jahrestreffen waren der projektübergreifende Erfahrungsaustausch zu Methoden der Beratung, der Datenerhebung und dem Wissenstransfer sowie die Vernetzung mit KollegInnen aus dem Projekt HumusKlimaNetz zum Humusaufbau in Ackerkulturen.
Herausforderungen und Tipps aus der Beratungspraxis
In einem World Café zur Zusammenarbeit und Maßnahmenumsetzung in den Betrieben und zum Wissenstransfer beeindruckte die Teilnehmenden der Wissensdurst und die Motivation der Betriebsleitenden zum Projektstart. Für die in den 14 Anbauregionen aktiven Beratungskräfte war die Kommunikation mit den Betrieben, insbesondere in den arbeitsintensiven Zeiten, nicht immer einfach. Fazit ist, dass ein enger Kontakt mit den Betrieben unerlässlich ist, um die Umsetzung der Maßnahmen zu gewährleisten. Hilfestellung könnte hierbei ein Jahreszeitplan über die anstehenden Aufgaben und Aktivitäten sowie persönliche Jahrestreffen aller in einer Region beteiligten Betriebsleitungen geben.
Austausch der HumusAllianz mit dem HumusKlimaNetz
Das Treffen in Braunschweig bot den Projektbeteiligten aus der HumusAllianz zudem die Gelegenheit, sich mit den KollegInnen aus dem Projekt HumusKlimaNetz zum Humusaufbau in Ackerkulturen auszutauschen, das zwei Jahre früher als die HumusAllianz gestartet ist. Auch die Mitarbeitenden des HumusKlimaNetzes konstatierten, dass eine intensive Betreuung der Betriebe für den Projekterfolg unerlässlich ist.
Im Gegensatz zum HumusKlimaNetz, das die Wirkung der humusfördernden Maßnahmen im zeitlichen Verlauf analysiert, gibt es in der HumusAllianz für jede Maßnahmenfläche eine Referenzfläche, die den betriebsüblichen Standard ohne Maßnahme repräsentiert und damit neben dem zeitlichen Verlauf auch einen direkten Flächenvergleich ermöglichen soll.
Führung durch das Labor für Bodenmonitoring
Im Anschluss an die Veranstaltung führte Dr. Arne Heidkamp durch das Thünen-Labor für Bodenmonitoring und erläuterte die Vorgehensweise und umfangreichen Analyseschritte bei der Bodenzustandserhebung, um die Vielzahl an Bodenparametern zu ermitteln.